Der Gedenktag »Fest der unschuldigen Kinder«
Tradition und Bedeutung
Erfahren Sie hier mehr über die Herkunft und die Bedeutung des kirchlichen Gedenktages »Fest der unschuldigen Kinder«, der in Verbindung zur Weihnachtsgeschichte steht:
Herkunft
Seit den 6. Jahrhundert begeht die Kirche jedes Jahr am 28. Dezember das »Fest der unschuldigen Kinder«. Es erinnert an den Kindermord von Betlehem. Nach dem Matthäus-Evangelium (Mt 2,16) ließ Herodes die Kinder von Betlehem töten – in der Hoffnung, dabei auch Jesus zu erwischen, den er als Konkurrenten ansah (siehe Mt 2,13-23).
Brauchtum
In früherer Zeit war dieses Fest für die Schulkinder ein großer Feiertag, der vor allem in Waisenhäusern und anderen kirchlichen Einrichtungen begangen wurde. So bekamen die Kinder an diesem Tag die Erlaubnis, alles auf den Kopf zu stellen und die Erwachsenen mussten sich nach ihnen richten.
Schüler in Klosterschulen wählten an diesem Tag einen Kinderbischof, der den Tag bestimmte und den Lehrern Verbesserungsvorschläge für die Schule machte.
Heute werden an diesem Tag in vielen Gemeinden Kinder sowie deren Eltern gesegnet.
In der Steiermark und in Kärnten gibt es heute noch den Brauch des »Frisch und G’sund-Schlagens«. Dabei ziehen Kinder mit Ruten von Tür zur Tür und schlagen damit (natrlich nur leicht) die Erwachsenen. Dafür erhalten sie meist etwas Geld oder Süßigkeiten. Dabei sagen sie meist folgenden Spruch auf:
»Frisch und g’sund, frisch und g’sund,
lang leben, alt werden,
nix klunzn, nix klagen, bis i wieder kum schlagen.
Christkindl auf dem Hochaltar
wünscht ein gutes neues Jahr.«
Quellen
- Abeln, Reinhard / Harper, Ursula: Das große Kinderbuch zum Kirchenjahr; Leipzig 2010, 22f.
- Banner: Paul Peter Rubens: Der bethlehemitische Kindermord, Wikimedia
- kinderzeitung.kleinezeitung.at/der-unschuldige-kindertag-warum-der-28-dezember-so-genannt-wird/