Christus erscheint Margaretha Maria Alacoque

Herz-Jesu-Fest

Das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte, von den Ursprüngen des Festes im Mittelalter bis hin zu den lebendigen Bräuchen, die heute noch gefeiert werden. Tauchen Sie ein in die faszinierende Geschichte und die Bedeutung dieses besonderen Festtages.

Wann wird das Herz-Jesu-Fest gefeiert?

Das christliche Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu (kurz auch Herz-Jesu-Fest genannt) wird alljährlich am dritten Freitag nach Pfingsten bzw. am Freitag der Woche nach Fronleichnam gefeiert. Doch auch an jedem ersten Freitag im Monat begeht die katholische Kirche einen sogenannten Herz-Jesu-Tag mit Beichte, Anbetung des eucharistischen Brotes und dem monatlichen Gebetsanliegen des Papstes.

Theologische Bedeutung

Mittelpunk des Festes ist die Anbetung des von der Lanze durchbohrten Herzen Jesu. Dabei wird die Lanze symbolisch für die Sünde des Menschen gesehen, das Herz hingegen steht für die unendliche Liebe Gottes zum Sünder. In der Herz-Jesu-Verehrung wird also der Erlösung von unseren Sünden gedacht, für die Christus gelitten hat. Daher stellt das Beten für alle, die Gottes Liebe noch nicht erkannt haben (z. B. Atheisten) einen zentralen Bestandteil der Verehrung dar.

Des Weiteren steht das verwundete Herz Jesu für die Entstehung der Sakramente. Nach Johannes 19,34 flossen aus der Seitenwunde Christi Blut und Wasser – das Wasser symbolisiert die Taufe und das Blut die Eucharistie. Beide stehen essentiell für das Wesen der Kirche. Daher ist die Kirche, so die Theologie, aus dem Herzen Jesu geboren worden.  

Entstehung des Herz-Jesu-Festes

Das Fest des Heiligsten Herzens Jesu hat seinen Ursprung in der Theologie des Mittelalters, die den leidenden Christus in den Mittelpunkt der Verehrung rückte. Die ersten Herz-Jesu-Feiern gehen auf das 13./14. Jahrhundert zurück. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Herz-Jesu-Andachten vor allem von den Jesuiten als eine Form der Volksfrömmigkeit eingeführt.

Bestärkt wurde dies durch die Visionen der Margaretha Maria Alacoque (†1690). Der frommen Ordensfrau erschien mehrmals Christus, welcher auf sein mit einer Dornenkrone umschlungenes Herz deutete. Dies legte man als Aufforderung aus, ein diesbezügliches Fest einzuführen. Dieses wurde schließlich von Papst Clemens III. 1765 offiziell anerkannt und später unter Pius IX. für die römisch-katholische Kirche vorgeschrieben. 
Zur Jahrhundertwende 1899 weihte Papst Leo XIII. sogar die ganze Welt dem Herzen Jesu. 

Bis heute zeugen Statuen, die Christus nicht am Kreuz, sondern mit offener Seitenwunde darstellen, von der Prägung des katholischen Glaubens durch diese Frömmigkeit.
 

Papst Franziskus' Enzyklika »Dilexit Nos«

Eine der wohl wichtigsten Veröffentlichungen über die Herz-Jesu-Verehrung der jüngsten Vergangenheit ist die 2024 von Papst Franziskus (1936-2025) verfasste Enzyklika »Dilexit Nos – Er hat uns geliebt«. In diesem geistlichen Vermächtnis führt Franziskus den Leser zum Zentrum seines Glaubens: der Liebe. Sie ist für ihn Quelle des Glaubens und der Nächstenliebe, welche die reiche Tradition der Herz-Jesu-Verehrung hervorgebracht hat. Franziskus ermutigt dazu, die unerschöpfliche Liebe Christi wiederzuentdecken und den Glauben neu und authentisch zu leben.

Brauchtum: Herz-Jesu-Feuer in Südtirol

Am 2. Sonntag nach Fronleichnam – dem Herz-Jesu-Sonntag werden in Südtirol auf zahlreichen Bergen kunstvoll arrangierte Feuer entzündet. Diese haben die Form verschiedener christlicher Symbole wie beispielsweise Kreuze, Herzen oder Christus-Zeichen wie »INRI« oder »IHS«.

Der Brauch geht historisch auf das Jahr 1796 zurück, als sich die Tiroler gegen die herannahenden Truppen Napoleons verteidigen mussten. Der Tiroler Landtag vertraute das Land dem Heiligsten Herzen Jesu an und erflehte so den Beistand Gottes. Als es den Tirolern dann tatsächlich gelang, die Franzosen zu besiegen, wurde der Herz-Jesu-Sonntag zum kirchlichen Feiertag erhoben. Seitdem wird das Gelübde jedes Jahr mit den Herz-Jesu-Feuern erneuert. Heute wird diese Tradition vor allem durch verschiedene Vereine am Leben erhalten.

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