Papst Leo XIV. winkt nach seiner Wahl den Gläubigen auf dem Petersplatz zu

Papst Leo XIV.

Biographie

Leo XIV. (* 14. September 1955 in Chicago), mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, ist der 267. Papst in der Geschichte der katholischen Kirche. Er ist der erste Augustiner und US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri. Am 8. Mai 2025 wurde er zum Papst gewählt.

Frieden – eine zentrale Botschaft von Papst Leo XIV.

»Friede sei mit euch allen!« Die ersten Worte von Papst Leo XIV. spiegeln die Zeit wieder, in der der Augustiner zum 267. Pontifex der Kirchengeschichte gewählt wurde. Geprägt von unzähligen Konflikten und Kriegen auf der Welt, erinnert Papst Leo XIV. in seiner ersten Rede auf der Mittelloggia des Petersdoms an den Friedensgruß des auferstandenen Christus. Er ruft dazu auf, gemeinsam voranzuschreiten, Brücken zu bauen und im Dialog und in der Begegnung zu einem Volk zu werden, das friedlich miteinander lebt.

Das ist der Friede des auferstandenen Christus, ein entwaffneter Friede und ein entwaffnender, demütiger, beharrlicher Friede. Er kommt von Gott, von Gott, der uns alle bedingungslos liebt. […] Wir müssen gemeinsam danach suchen, wie wir eine missionarische Kirche sein können, eine Kirche, die Brücken baut, die den Dialog sucht, die immer offen ist, um wie dieser Platz mit offenen Armen zu empfangen.  […] Ihr alle, Brüder und Schwestern von Rom, von Italien, der ganzen Welt - wollen wir eine synodale Kirche sein, eine Kirche, die geht, eine Kirche, die immer den Frieden sucht, die immer die Nächstenliebe sucht, die immer die Nähe vor allem zu denen sucht, die leiden.

Die Lebensstationen von Papst Leo XIV.

Robert Francis Prevost wurde am 14. September 1955 in Chicago in eine sehr international geprägte Familie geboren. Sein Vater, Louis Marius Prevost, hat französische und italienische Wurzeln, seine Mutter, Mildred Martínez, ist spanischer Abstammung. Er hat zwei Brüder, Louis Martín und John Joseph.

Nach seinem Examen an der Villanova University in Pennsylvania 1977 begann Prevost sein Noviziat in der Ordensgemeinschaft der Augustiner in St. Louis in der Provinz »Mutter vom Guten Rat« in Chicago. Am 2. September 1978 legte er seine erste Profess, die ewige Profess folgte drei Jahre später, am 29. August 1981.

Nach Abschluss seines Theologiestudiums an der Catholic Theological Union in Chicago führten die Wege Prevosts schließlich auf den europäischen Kontinent. Hier absolvierte er im Alter von 27 Jahren an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin in Rom sein Studium zum Kirchenrecht. In Rom wurde Robert Francis Prevost  am 19. Juni 1982 zum Priester geweiht. Seine akademische Ausbildung und spirituelle Prägung in Rom legten den Grundstein für seine spätere internationale kirchliche Laufbahn.

Wirken in Peru

Schon früh verschlug es Prevost nach Peru. Von 1985 bis 1986 wurde er in die Augustinermission in Chulucanas, Piura entsandt. Nach einem kurzen Zwischenstop in den USA, kehrte er 1988 wieder nach Peru zurück, wo er die folgenden Jahre in der Mission in Trujillo arbeitete.

Am 26. September 2015 wurde Prevost schließlich zum Bischof von Chiclayo ernannt. Die Diözese, an die Papst Leo XIV. in seiner Antrittsrede einen besonderen Gruß gerichtet hat:

Und wenn Sie mir ein Wort erlauben, einen Gruß an alle und besonders an meine liebe Diözese Chiclayo, Peru, wo ein treues Volk seinen Bischof begleitet, seinen Glauben geteilt und so viel gegeben hat, so viel, um weiterhin Kirche zu sein, treu zu Jesus Christus.

Auf dem Weg in den Vatikan

Nach seiner Zeit als Bischof in Peru wurde Robert Francis Prevost 2023 von Papst Franziskus in den Vatikan berufen, wo er das Amt des Präfekten des Dikasteriums für sie Bischöfe übernahm. In dieser Funktion war er in den vergangenen zwei Jahren zuständig für Bischofsernennungen weltweit.

Über seine Behörde laufen auch die sogenannten Ad-limina-Besuche. Regelmäßig kommen Bischöfe aus aller Welt zur Berichterstattung über ihre lokale Kirche in den Vatikan. Das machte Prevost zu einem der bekanntesten Gesichter im Kardinalskollegium, das nie zuvor so über die Welt verteilt war und sich dadurch vor dem Konklave untereinander kaum kannte.

Die theologische Ausrichtung von Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. gilt als moderater Reformer. Er setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und die Unterstützung von Migranten ein. In seiner Zeit als Bischof in Peru war er bekannt für seine Nähe zur Bevölkerung und seinen Einsatz bei Naturkatastrophen. 

Er gilt als überzeugter Befürworter der Synode: Immer wieder hat er betont, dass die Kirche transparenter und offener für die Stimmen der Gläubigen sein müsse. Hierzu gehöre auch die Rolle der Laien zu stärken und den Stil kirchlicher Leitung zu verändern – etwa durch mehr Hinhören und weniger Hierarchie.

Gleichzeitig vertritt er konservative Positionen in Fragen der Sexualmoral und äußerte sich skeptisch zur Frauenordination. Er lehnt manche Reformen ab, zum Beispiel die Weihung von Frauen für kirchliche Ämter. Bei der Weltsynode 2023 warnte er vor einer »Klerikalisierung von Frauen«. Das sei keine Lösung, sondern womöglich ein neuer Problemherd. Frauen hätten bereits vielfältige zentrale Rollen in der Kirche.

Die Enzykliken von Papst Leo XIV.

»Magnifica humanitas« – Die großartige Menschheit

In seiner ersten Enzyklika setzt sich Papst Leo XIV., selbst studierter Mathematiker, mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit und dem Wert des Menschen in Bezug auf KI auseinander. Der Papst positioniert sich zu einer der größten Herausforderungen unserer Zeit und zeigt auf, wie die Menschenwürde verteidigt und für Gerechtigkeit gesorgt werden kann. 

Denn dass Künstliche Intelligenz unser Leben tiefgreifend verändern wird, steht außer Frage. Schon mit der Wahl seines Papstnamens bezog er sich auf Leo XIII., der während der Industriellen Revolution die päpstliche Soziallehre begründete. Durch KI werden ähnlich große Umwälzungen erwartet wie durch die Industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts.


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