Einfühlsame Trauerkarte schreiben

Unsere Tipps für pietätvolles Kondolieren

Bei einem Todesfall im eigenen Umfeld möchte man den Angehörigen gerne einige tröstende Worte und sein aufrichtiges Mitgefühl übermitteln. Die meisten entscheiden sich daher für eine Kondolenzkarte. Doch bei einem so sensiblen Thema, ist es schwer, die richtigen Worte zu finden. Deshalb möchten wir Ihnen in diesem Artikel einige Tipps und Hilfestellungen geben, wie Sie einfühlsam schriftlich kondolieren können.

Zeitpunkt der Kondolenz

Man kann nicht zu früh kondolieren! Sobald Sie von einem Sterbefall in Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis erfahren, sollten Sie zeitnah eine Beileidskarte versenden. Denn gerade in den ersten Tagen nach dem Tod benötigen die Angehörigen Ihren Beistand, um zu wissen, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. Einige tröstende Worte können oft helfen, den Trauerprozess langsam zu verarbeiten. Gerade wenn der Sterbefall von der Familie des Verstorbenen persönlich über eine Trauerkarte bekannt gegeben wurde, ist eine zügige Antwort angebracht. Ansonsten könnten Sie desinteressiert oder gar ignorant wirken.

Es gibt zwar keine feste Zeitvorgabe für das Verfassen einer Kondolenzkarte, jedoch empfiehlt es sich dies bis spätestens zur Beisetzung zu tun. Sind Sie zu dieser anwesend können Sie Ihre Karte in Anschluss auch persönlich den Angehörigen überreichen.

Verzichten Sie darauf, erst nach längerer Zeit zu kondolieren, da Sie damit den Trauerprozess der Hinterbliebenen unterbrechen und der Schmerz über den Verlust erneut hervorbricht.

Wahl der Karte

Kondolenzkarten gibt es häufig als Klapp- oder Doppelkarten zu kaufen. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass die Karten qualitativ hochwertig und das abgebildete Motiv dem Anlass entsprechend ist. Denn schließlich bestimmt dies den ersten Eindruck des Empfängers. Des Weiteren empfiehlt es sich, ein Design im klassischen schwarz-weiß oder in gedeckten Farben zu wählen. Besonders beliebt sind christliche Trauersymbole wie das Kreuz, Engel, der Ichthys (Fisch), betende Hände oder eine Kerze. Doch auch weltliche Motive (z.B. Rosen oder Pusteblumen sowie ein Weg, der auf den Horizont zu läuft) finden sich oft auf Beileidskarten.

Gibt es bereits vorgedruckte Trauersprüche, können Sie diese mit in Ihre Beileidsbekundungen einbeziehen. Eine schöne Auswahl an Karten zur Kondolenz finden Sie hier.

Wichtig: Benutzen Sie keine Karten und Kuverts mit schwarzem Band! Diese werden nur für sogenannte Trauerkarten verwendet, mit denen die Angehörigen den Todesfall bekanntgeben.

Aufbau eines Kondolenzschreibens

Ist die passende Karte gefunden, folgt der wohl schwierigste Teil – das Schreiben des Textes. Da Trauer ein zutiefst persönliches und starkes Gefühl ist, wissen viele nicht, wie sie ein Kondolenzschreiben beginnen sollen. Hier einige Hinweise zum Aufbau.

Anrede

Diese richtet sich danach in welchem Verhältnis Sie zu den Angehörigen stehen. Sind Sie ein Verwandter oder enger Freund der Familie, dann wählen Sie am besten ein persönliches und vertrautes Anschreiben. Bei einer loseren Bekanntschaft, wenn es sich bei dem Verstorbenen beispielsweise um einen Kollegen, ein Vereinsmitglied oder einen Geschäftspartner handelt, ist eine förmlichere Anrede vorzuziehen.

Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass die Anschrift auf dem Briefumschlag, mit der auf der Karte übereinstimmt.

Hier einige Beispiele für übliche Anreden:

  • Liebe/r …

  • Liebe/r Frau/Herr …

  • Sehr geehrte/r Frau/Herr …

  • Liebe (Trauer-)Familie …

  • Sehr geehrte Familie …

  • An die Trauerfamilie …

Die frühere Formulierung »An das Trauerhaus …« gilt heute als veraltet und wird nicht mehr benutzt.

Einleitung

Gerne können Sie mit einem einfühlsamen Trauerspruch oder einem passenden Bibelvers beginnen. Dieser sollte jedoch nie für sich allein stehen! Versuchen Sie immer persönliche Worte für die Angehörigen zu finden. Wie haben sie vom Tod erfahren? Über eine Traueranzeige oder eine persönliche Mitteilung? Beschreiben Sie Ihre Gefühle, als Sie die Todesnachricht erhalten haben. Wichtig ist auch den Hinterbliebenen zu vermitteln, dass sie in ihrer Trauer nicht allein sind.

Beispiele:

  • wir haben heute vom Tode deines Ehemannes erfahren. Wir sind einfach nur fassungslos und unendlich traurig.

  • es tut uns sehr leid vom Verlust Ihrer Frau zu hören. Wir sind erschüttert und trauern mit Ihnen.

  • der plötzliche Tod deiner Schwester hat mich sehr getroffen. Ich bin noch immer erschüttert und teile Deinen tiefen Schmerz.

  • mit großer Bestürzung haben wir heute vom Tod unseres lieben Kollegen [Name] erfahren.

  • Es ist schwer tröstende Worte zu finden, wenn sich ein Mensch, der uns einen Teil unseres Weges begleitet hat, für immer verabschiedet.

Hauptteil

Für den Mittelteil Ihrer Kondolenzkarte gibt es mehrere Elemente, die Sie verwenden können. Achten Sie auch hierbei auf Ihre Beziehung zu den Angehörigen.

Persönliche Anteilnahme ist der wesentliche Kern eines Kondolenzschreibens. Damit versichern Sie den Hinterbliebenen Ihre Verbundenheit und dass sie in ihrer Trauer nicht allein sind. Geben Sie Ihren Gefühlen offen Ausdruck, dadurch zeigen Sie Ihre Verbundenheit zu den Trauernden.

Hier einige Beispielformulierungen:

  • Tief getroffen sprechen wir Euch unsere allerherzlichste Anteilnahme aus.

  • Mein aufrichtiges Beileid und mein tiefstes Mitgefühl gelten Dir/Ihnen und Deiner/Ihrer Familie.

  • In diesen unendlich schweren Stunden des Abschieds versichern wir Dir unsere Anteilnahme und Zuneigung.

  • Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei Dir / Ihnen/ Euch.

  • In tiefer Trauer fühlen wir uns mit Euch verbunden.

  • Unsere aufrichtige Anteilnahme für die schweren Stunden der Trauer.

  • Wir teilen den schweren Verlust mit Euch und senden auf diesem Wege unser tief empfundenes Beileid.

Persönliche Erinnerungen: Eine schöne Möglichkeit Ihr Beileid und Ihre Verbundenheit auszudrücken, sind persönliche Erinnerungen. Wählen Sie zum Beispiel ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Sie und der Verstorbene besonders schöne Momente erlebt haben. Sie können aber auch auf seine positiven Eigenschaften eingehen. Was haben Sie besonders an dieser Person geschätzt?

Beispiele hierfür können sein:

  • Mit tiefer Dankbarkeit und Freude denke ich immer noch gerne an unsere gemeinsamen Urlaube zurück.

  • Wir alle verlieren einen wundervollen Menschen, ich persönlich einen ganz besonderen Freund.

  • Mit seinem Engagement für die Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft war er eine große Bereicherung für unsere Gemeinde. Wir können uns noch nicht vorstellen, wie es ist, ohne ihn weiterzuarbeiten. Er wird uns sehr fehlen!

  • Sie war ein großartiger Mensch. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihre Freundin sein durfte.

  • Wir werden sie als einen liebenswerten und mitfühlenden Menschen in Erinnerung behalten.

  • Ich werde in unserem Büro die freundliche und offene Art von [Name] sehr vermissen.

Unterstützung anbieten: Der Verlust eines geliebten Menschen ist für die Angehörigen nicht nur emotional sehr belastend, sie stehen auch vor einer Reihe anderer Herausforderungen. Es muss die Beerdigung organisiert, der Nachlass verwaltet und weitere Formalitäten geklärt werden. Auch wenn es einigen Menschen dabei hilft, sich von ihren aufgewühlten Emotionen abzulenken, so sind viele – gerade Ältere oder Alleinstehende häufig völlig überfordert. In solchen Situationen sind sie auf die Unterstützung und Hilfe aus ihrem Umfeld angewiesen. Meist genügen schon kleine Gesten, wie ein offenes Ohr, eine herzliche Umarmung oder kleine Hilfen beim Bewältigen des Alltags (z.B. einkaufen, Essen kochen, Kinder betreuen usw.).

Wenn Sie zu dieser Unterstützung bereit sind, sollten Sie dies auf jeden Fall beim Schreiben Ihrer Kondolenzkarte mit einbeziehen. Schreiben sie zum Beispiel etwas wie:

  • Wenn wir Euch in irgendeiner Form unterstützen können, meldet Euch bei uns.

  • Wenn Sie Hilfe, egal welcher Art benötigen, lassen Sie es uns wissen und wir werden für Sie da sein.

  • Bitte zögere nicht, mich anzusprechen, wenn ich etwas für Dich tun kann.

  • Solltest Du in dieser schwierigen Zeit Hilfe benötigen, stehe ich jederzeit an Deiner Seite.

Schlussteil

Runden Sie Ihr Kondolenzschreiben zum Schluss noch mit einigen mitfühlenden oder wenn möglich auch hoffnungsvollen Worten ab, denn ein zu unvermittelter Bruch im Text kann schnell lieblos und abgehackt wirken. Achten Sie dabei allerdings darauf, dass Ihre Schlussworte nicht zu sehr der Einleitung gleichen.

Beispiele hier für sind:

  • Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen viel Trost, Kraft und Zuversicht.

  • Mögen die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit Dir viel Kraft und Zuversicht geben.

  • Ich wünsche Ihnen für diese schwierige Zeit viel Kraft.

Enden Sie mit einer Grußformel und Ihrer Unterschrift. Üblich sind u.a. folgende Formulierungen:

  • In herzlicher Anteilnahme

  • Mit stillem Gruß

  • In stillem Gedenken

  • In liebevoller Verbundenheit

  • In Dankbarkeit und Anteilnahme

  • Mit den Gedanken bei Dir

Tipps & Hinweise zur Kondolenz

Beileidskarten sind etwas sehr Persönliches. Sie sollen die Angehörigen trösten und ihnen Ihren Beistand vermitteln. Verfassen Sie Ihr Kondolenzschreiben daher unbedingt handschriftlich. Ein am PC geschriebener Text wirkt meist kühl und unpersönlich.

Nehmen Sie sich außerdem genügend Zeit, um die richtigen Worte zu finden. Schreiben Sie am besten einfache und klar formulierte Sätze.

Weniger ist manchmal mehr. Nutzen Sie Ihre eigenen Worte und vermeiden Sie unbedingt leere Floskeln wie »Die Zeit heilt alle Wunden« oder ähnliches. Dies wirkt häufig mehr verletzend als tröstend. Oft genügen wenige, aber sensible Worte, um den Hinterbliebenen Ihren Zuspruch zu vermitteln.

Geldbeigaben

Ob einer Kondolenzkarte Geld beigelegt wird, unterscheidet sich regional stark. Während es in einigen Gegenden üblich ist, die Angehörigen auf diese Art bei den Kosten für Beerdigung und Grabpflege zu unterstützen, kann dies andernorts als unangemessen oder gar beleidigend angesehen werden. Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Hinterbliebenen ohne finanzielle Zuwendung nicht in der Lage wären eine schöne Trauerfeier auszurichten.

Wenn Sie der Beileidskarte Geld beilegen möchten, achten Sie darauf, zu vermerken, wofür die Geldspende gedacht ist – z.B. für den Blumenschmuck. Alternativ können Sie auch einen Gutschein für einen Floristen oder Friedhofsgärtner beilegen.
Hat sich der Verstorbene zu Lebzeiten vielleicht für eine bestimmte Organisation eingesetzt? Dann können Sie auch einen Spendenbeleg für diese, als eine Abschiedsgeste für den Toten, mit in die Karte geben.

Die Höhe des Geldbetrages richtet sich meist nach dem Verhältnis in dem Sie zu dem Verstorbenen bzw. dessen Angehörigen stehen. Allerdings sollten es mindestens 10 € sein.


Kleiner Friedhofsknigge

Während vor einigen Jahrzehnten der Besuch von Beisetzungsfeiern ein übliches Tun im Leben…

weiterlesen...

Facetten der Trauer

Der Tod ist ein unabänderlicher Bestandteil des Lebens. Natürlich geht jeder anders mit…

weiterlesen...

Traditionen und Bräuche rund um Tod und Trauer

In der christlichen Tradition sowie im Volksglauben gibt es zahlreiche Rituale und…

weiterlesen...

Einfühlsame Trauerkarte schreiben

Bei einem Todesfall im eigenen Umfeld möchte man den Angehörigen gerne einige tröstende…

weiterlesen...