Freiheit in 12 Artikeln
Der Aufbruch der Bauern und Thomas Müntzers Sehnsucht
Was findet sich von Thomas Müntzers Ideen als Erbe in unserer heutigen Gesellschaft wieder? Wie landete der Pfarrer schließlich auf dem Schafott? Bettine Reichelt schreibt keine nüchterne Biografie, sondern füllt das Thema durch Essays und belletristische Texte mit Leben.
Über das Buch
Thomas Müntzer, der Anti-Held der Reformationszeit, und die Aufstände der Bauern rücken nach 500 Jahren neu in den Blick. Was findet sich von Thomas Müntzers Ideen als Erbe in unserer heutigen Gesellschaft wieder? Wie landete der Pfarrer schließlich auf dem Schafott? Bettine Reichelt schreibt keine nüchterne Biografie, sondern füllt das Thema durch Essays und belletristische Texte mit Leben. Das Buch lädt ein, sich dem großen Reformator neu zu entdecken und zu bedenken, was die Schriften der Bauern und die Ideen des Thomas Müntzer uns heute sagen können.
Interview mit Bettine Reichelt
Interview mit Bettine Reichelt:
Bettine Reichelt wurde 1967 im Vogtland geboren und studierte von 1986 bis 1992 Theologie in Leipzig. Nach dem Abschluss des Studiums und einem Vikariat war sie zunächst als Pfarrerin in der Nähe von Leipzig tätig. Ab dem Jahr 2000 arbeitete sie als Lektorin und wirkte in verschiedenen Kirchgemeinden als Gemeindepädagogin. Seit 2003 lebt und arbeitet Bettine Reichelt als freiberufliche Autorin und Lektorin in Leipzig. Für ihr neues Buch »Freiheit in 12 Artikeln« gab sie der Vivat!-Redaktion ein exklusives Interview.
Vivat: Was fasziniert Sie an Thomas Müntzer?
Bettine Reichelt: Theologisch spielte der Bauernkrieg im Studium eine verhältnismäßig kleine Rolle – und doch habe ich immer auch als ein Scheitern eines Teils der Reformation gesehen. Das war wie ein Stachel. Es ist meine Art ein solches inneres Thema dann literarisch zu fassen.
Vivat!: Sie blättern für Leser das Leben Thomas Müntzers in zwölf Kapiteln auf. Warum zwölf?
Bettine Reichelt: Entstanden ist diese Idee im Anschluss an die 12 Artikel der Bauern, die eine Folie für das Geschehen liefern. Es ergibt sich aber auch aus Müntzers Idee eines Bundes, in dem sich Menschen wieder neu im Sinne der Zeit der Apostel zusammenfinden. Es waren 12 Apostel – die wiederum auf die 12 Stämme verweisen, mit denen der erste Bund geschlossen wurde. Symbolische Sprache in dieser Art und Weise hat in der Zeit der Reformation eine große Rolle gespielt.
Quellen
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