Das Haus am Zitronenhain
Interview mit Heike Wendler
Juliane verliert ihren Job und erhält kurz darauf einen Brief aus Italien: Sie hat ein Haus am Gardasee geerbt. Ohne familiäre Verbindungen dorthin reist sie nach Limoneto und entdeckt ein renovierungsbedürftiges Haus in einem Zitronenhain.
Über das Buch
Juliane hat gerade ihren Job in einer kleinen Manufaktur verloren, als sie einen Brief aus Italien erhält: Sie hat ein Haus am Gardasee geerbt. Dabei hat sie in Italien keinerlei Familie! Kurzentschlossen packt Juliane ihre Koffer. In Limoneto angekommen, verliebt sie sich sofort in das leicht baufällige Haus, das sonnenumflutet in einem Zitronenhain liegt. Der Tischler Matteo bietet zwar Hilfe beim Instandsetzen des Hauses an, wirkt aber seltsam feindselig. Beim Erkunden des Hauses macht Juliane einige Entdeckungen. Sie erfährt nicht nur Überraschendes über ihre eigene Vergangenheit, sondern kommt auch Matteo näher ...
Interview mit Heike Wendler
Heike Wendler veröffentlicht seit 20 Jahren regelmäßig Kurzgeschichten und Erlebnis- bzw. Schicksalsgeschichten, insgesamt über 500 Veröffentlichungen in Millionenauflage.
Vivat!: Was hat Sie zu diesem Liebesroman am Gardasee inspiriert? Welche Verbindung haben Sie zu dieser Region?
Heike Wendler: Mich hat vor allem meine große Liebe zu Italien inspiriert – zu dieser ganz besonderen Mischung aus Leichtigkeit, Sinnlichkeit, Temperament und Lebensfreude. Italien ist für mich seit jeher ein Sehnsuchtsort, den ich oft bereist habe; dieses besondere Licht, die Landschaften, das Essen, ja, vor allem das Essen, und natürlich die Art, das Leben zu genießen. Der Gardasee vereint all das auf eine sehr besondere Weise. Er hat etwas Elegantes und zugleich Bodenständiges, das zu meiner Geschichte gut passt, zudem die geografische Nähe zu Deutschlang. Juliane ist gefühlt nicht „am Ende der Welt“, sondern noch in einer Gegend, die viele Leserinnen und Leser mit einem schönen Urlaub verbinden und die ihnen etwas sagt. Diese Atmosphäre wollte ich einfangen und als Bühne für eine Liebesgeschichte nutzen, die von Neuanfang, Mut und leisen Gefühlen erzählt. Es ging mir also weniger um eine konkrete Ortskenntnis als vielmehr darum, ein Lebensgefühl spürbar zu machen, das viele Menschen mit Italien verbinden.
Vivat!: Im Buch spielen traditionelle italienische Rezepte mit Zitronen eine wichtige Rolle. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Heike Wendler: Die Idee entstand tatsächlich in meiner eigenen Küche und ein bisschen auch in einer Phase, die viele noch in Erinnerung haben dürften. Während der Corona-Zeit habe ich deutlich mehr gekocht und angefangen, mit Zutaten zu experimentieren, die ich besonders mag. Und da ich die italienische Küche liebe, gehörten Zitronen ganz schnell dazu. Sie sind so vielseitig, bringen Frische, Leichtigkeit und gleichzeitig eine gewisse Raffinesse in Gerichte.
Mit der Zeit habe ich begonnen, eigene kleine Variationen zu entwickeln, mal inspiriert von klassischen italienischen Rezepten, mal ganz frei selbst erfunden. Irgendwann war klar, dass diese sinnliche, fast mediterrane Art zu kochen perfekt zu meiner Geschichte passt. Und ehrlich gesagt, einige der Rezepte im Buch sind tatsächlich in meiner eigenen Küche „probegegessen“ worden – natürlich ausschließlich aus beruflichen Gründen.