verschiedene Emojis auf blauem Hintergrund

Die kleine Emoji-Bibel

Interview mit Simone und Sarah Paganini

Weniger Worte, mehr Emojis: Diese kleine Bibel verbindet jahrtausendealte Texte mit moderner Kommunikation. Zentrale Texte aus dem Alten und Neuen Testament werden kurz und verständlich dargestellt.

Über das Buch

Die kleine Emoji-Bibel

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Jahrtausendealter Text trifft moderne Kommunikation. In dieser kleinen, besonderen Bibel sind zentrale Bibeltexte prägnant auf den Punkt gebracht. In Kombination mit den Emojis schaffen die biblischen Erzählungen ein spannendes Leseerlebnis für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene.

Interview mit den beiden Autoren

Simone Paganini ist 1972 geboren und Professor für Biblische Theologie an der RWTH Aachen. Er hat bereits zahlreiche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Bücher veröffentlicht. Sarah Paganini wurde 2003 geboren und ist Studentin der alten Geschichte und Altertumswissenschaften.

Vivat!: Warum haben Sie »Die kleine Emoji-Bibel« geschrieben?

Simone Paganini: Mit der Kleinen Emoji-Bibel möchten wir zentrale biblische Texte in einer zeitgemäßen und verständlichen Sprache erschließen. Ziel ist es, insbesondere Kindern und Jugendlichen – etwa im Vorfeld von Erstkommunion und Firmung – einen neuen, vielleicht motivierenden und interessanten Zugang zu grundlegenden Erzählungen und Motiven der Bibel zu ermöglichen.

Sarah Paganini: Die Verwendung von Emojis ist dabei kein bloßer Gag, sondern ein didaktisches Mittel. Emojis gehören selbstverständlich zur alltäglichen Kommunikation junger Menschen. Indem wir diese Bildzeichen einbeziehen, greifen wir vertraute Ausdrucksformen auf und erleichtern den Zugang zu biblischen Texten, wir schlagen eine Brücke zwischen einem jahrtausendealten Text und einer gegenwärtigen Ausdrucksform. Das ist sehr spannend!

Vivat!: Wann und wo kam Ihnen erstmals die Idee, die Bibel in Emoji-Sprache zu schreiben?

Simone Paganini: Die Idee ist eigentlich in einem ganz normalen Gespräch mit meiner Tochter Sarah entstanden. Sie erzählte mir von einer kreativen Aufgabe in einem ihrer Masterseminare – sie studiert Geschichtswissenschaft – bei der sie den Gründungsmythos Roms in Emoji-Sprache „übersetzen“ sollten. Dieser spielerisch-wissenschaftliche Zugang hat mich sofort angesprochen. Ich fand die Idee spannend, weil sie Kreativität und Textarbeit verbindet.

Sarah Paganini: Genau, und als ich das meinem Vater erzählt habe, hat er sofort gesagt: „Das müsste man doch auch mit biblischen Texten versuchen“. Also haben wir einfach mal mit einer kurzen Passage begonnen – ohne großen Plan, eher als Experiment. Und wir waren ehrlich überrascht, wie gut das funktioniert hat. Es war stimmig, teilweise auch witzig, aber trotzdem nicht banal. Aus diesem kleinen Versuch ist dann Schritt für Schritt die Idee für ein eigenes Büchlein entstanden – und irgendwann haben wir uns getraut, damit an den Benno Verlag heranzutreten.

Vivat!: Wie schwer oder leicht war es, die biblischen Geschichten in Emojis auszudrücken?

Sarah Paganini: Der Arbeitsprozess war tatsächlich ziemlich anspruchsvoll. Es gab mehrere Schritte. Zuerst hat Simone die ausgewählten Bibelstellen aus dem Hebräischen und Griechischen in eine vereinfachte Sprache übertragen. Das war sozusagen die Grundlage. Und erst danach begann die eigentliche Emoji-Übersetzung. Das klingt einfacher, als es ist – denn die Zeichen, die man zur Verfügung hat, sind ja begrenzt.

Simone Paganini: Genau das war auch die größte Herausforderung. Emojis sind kein voll entwickeltes Sprachsystem. Eigentlich sind sie als Ergänzung gedacht, nicht als Ersatz für Text. Gerade abstrakte Begriffe oder Verben lassen sich schwer eindeutig darstellen. Für Gott gibt es zum Beispiel kein eigenes Emoji. Aber gerade diese Begrenzung zwingt einen, sehr genau nachzudenken, und das macht den Prozess überraschend kreativ.

Sarah Paganini: Jede Passage hat neue Entscheidungen mit sich gebracht: Was ist wirklich der Kern des Textes? Welche Bildzeichen bilden die Aussage am besten ab? Man diskutiert viel, verwirft einen Ansatz, probiert etwas Neues. Und wenn man am Ende die Emoji-Version liest und sich sagt: „Ja, das passt“, dann ist das ein ziemlich schönes Gefühl.

Vivat!: Welche Rolle spielten Ihre drei Kinder bei der Erstellung des Buches?

Simone Paganini: Ganz ehrlich: Ohne meine Kinder wäre dieses Projekt so nicht entstanden. Die Idee hat sich bei uns am Küchentisch entwickelt. Sarah war von Anfang an intensiv beteiligt, vor allem bei der konkreten Ausarbeitung der Emoji-Übersetzungen. Sie hat ein feines Gespür dafür, wie digitale Bildsprache funktioniert und wo sie kippt oder missverständlich wird.

Meine beiden jüngeren Kinder waren dann so etwas wie unsere interne Qualitätskontrolle. Sie haben sehr direkt gesagt, was verständlich ist und was nicht – und genau das war wichtig. In diesem Sinn ist die Kleine Emoji-Bibel nicht nur ein wissenschaftliches Experiment, sondern tatsächlich ein Familienprojekt geworden.


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