Autoreninterview zum Buch »Mein Sommer mit der kleinen Eule Oti«
Ein Tagebuch
Waldohreulen im eigenen Garten: Bei Sabine Liersch-Weinert werden die scheuen Tiere plötzlich zu regelmäßigen Gästen. Die Künstlerin und Kinderbuchillustratorin hält ihre Beobachtungen in Zeichnungen fest und begleitet die Eulen beim Nestbau, bei der Jagd und während der Brutzeit.
Über das Buch
Waldohreulen im eigenen Garten – wie aufregend! Die scheuen Tiere nisten sich ausgerechnet bei Sabine Liersch-Weinert ein. Die hauptberufliche Künstlerin und Kinderbuchillustratorin zögert nicht lang, greift zu Papier und Stiften und zeichnet die faszinierenden Nachtvögel beim Nestbau, bei der Jagd und beim Brüten. Doch eines Tages fällt ein kleines Eulenküken vom Nest, und ein ganz besonderer Sommer beginnt ... Die zu Herzen gehenden Erlebnisse werden mit Originalzeichnungen der Autorin illustriert. Die abenteuerliche Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Interview mit Sabine Liersch Weinert
Vivat!: Seit Jahren wohnen immer wieder Waldohreulen in Ihrem Garten. Wann hatten Sie die Idee, aus diesen Begegnungen ein Buch zu machen?
Sabine Liersch-Weinert: Anfangs schrieb ich die Erlebnisse alle nur für mich selber auf. Mit den Jahren kam mir die Idee, daraus ein Buch machen zu können und 2021 fing ich dann mit der Planung an, diese auch in die Tat umzusetzen.
Vivat!: Ihre Fotos der Eulen wirken, als wären sie aus nächster Nähe aufgenommen. Von wo aus haben Sie fotografiert?
Sabine Liersch-Weinert: Ich habe ein sehr gutes Tele-Objektiv , welches mir ermöglicht, auch aus größerer Distanz unbemerkt fotografieren zu können, um die Eulen nicht zu stören. Dennoch sind es manchmal die Eulen selbst, die ihre Plätze nur wenige Meter entfernt in einem der Bäume wählen, sodass sich manchmal die Frage stellt, wer beobachtet eigentlich wen?
Vivat!: Ihre Zeichnungen der Eulen sind sehr detailreich, und Sie schreiben im Buch auch, dass Sie z.T. Ihre eigenen Fotos abgezeichnet haben. Sind trotzdem Zeichnungen direkt nach der Natur entstanden? Welche?
Sabine Liersch-Weinert: Von vielen Momenten existieren keine Fotos. Dann habe ich versucht die Atmosphäre aus meiner Erinnerung in den Zeichnungen einzufangen. Das sind unter anderem die Bilder bei Dunkelheit. Weil ich die Tiere nicht mit Blitzlicht erschrecken möchte, vermeide ich dann das Fotografieren und genieße einfach den Augenblick.
Vivat!: Ihr Buch enthält auch Informationen zum Eulenschutz. Was kann man als Gartenbesitzer tun, um den eigenen Garten „eulenfreundlich“ zu machen?
Sabine Liersch-Weinert: Wichtig ist gar nicht mal das Gestalten, sondern das „Nicht Gestalten“. Zum Beispiel unterschiedliche, möglichst große Laub- und Nadelbäume stehen lassen, sofern es keinen wichtigen Grund gibt, sie zu fällen. Etwas freie Flächen mit Wiese sind nützlich, auch Wildwiesen stehen lassen, um für das natürliche „Nahrungsangebot“ wie Kleinsäuger Wohnraum zu lassen. Ein kleiner Teich wäre günstig, aber eine flache Vogeltränke tut es sicher auch. Eulen haben ein großes Revier und benötigen ruhige Rückzugsmöglichkeiten und es gibt auch extra Nisthilfen. Für Waldohreulen spielen dabei Nadelbäume eine wichtige Rolle.
Über die Autorin
Sabine Lierschweinert ist 1980 geboren und Arbeitet als selbstständige Künstlerin. Sie hat sich auf Tierzeichnungen spezialisiert und hatte in der Vergangenheit schon mehrere eigene Ausstellungen. Im Jahr 2011 hat sie ihr erstes Kinderbuch illustriert. In ihrer Freizeit ist sie gerne mit dem Fotoapparat in der Natur unterwegs und immer auf der Suche nach neuen Motiven.