Warum ich Hoffnung habe
Frank Richters spricht in seinem neusten Buch über die christliche Tugend der Hoffnung und betrachtet sie dabei aus persönlicher, politischer und theologischer Sicht. Ein ermutigendes Werk, nicht nur für Christen.
Zum Buch »Warum ich Hoffnung für die Hoffnung habe«
Der Karsamstag steht im Abseits des Kirchenjahres und wurde bisher wenig in der Literatur reflektiert. Seine Botschaft aber ist aktueller denn je. Wie soll man an diesem Tag nicht zum Schwarzseher werden? Der bekannte Bürgerrechtler und Theologe Frank Richter meint: Gerade in düsteren Situationen wie am Karsamstag kann man wertvolle Erfahrungen machen und Wichtiges erlernen: still zu sein, das Düstere aushalten, warten und sich der eigenen Werte vergewissern.
Frank Richter zeigt, worin der Unterschied zwischen Hoffnung und Optimismus liegt. Er betrachtet die christliche Tugend der Hoffnung aus persönlicher, politischer und theologischer Sicht und bringt überraschende Zusammenhänge auf den Punkt. Entdecken Sie den Karsamstag als Gelegenheit für eine persönliche Hoffnungs-Übung!
Interview mit Frank Richter
Der Politiker, Theologe und Bürgerrechtler engagierte sich während der Friedlichen Revolution für den Dialog zwischen Protestlern und Regierungsmitgliedern. Nach der Wende war er unter anderem als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden tätig. Zu seinem neuen Buch »Warum ich Hoffnung für die Hoffnung habe« gab er der Vivat!-Redaktion ein exklusives Interview.
Vivat!: Welche Botschaft spricht aus Ihren Karsamstagsgedanken?
Frank Richter: Für viele Menschen gibt es keinen Gott. Mancher schließt sich Friedrich Nietzsche an und denkt: Gott ist tot und mit ihm sind alle Hoffnungen jenseits meiner selbst dahin. Vieler Zeitgenossen Gott ist der Bauch, wie Paulus es formuliert hat – ein Theologe, der nicht um den heißen Brei herumredete.
Wenn Christen ein Verständnis entwickeln wollen für die Realität vollständiger geistlicher Leere – die ja gelegentlich auch ihre eigene sein kann –, dann ist die Simulation derselben, wie sie am Karsamstag empfohlen wird, ein guter Lernort.
Warten, aushalten und klagen können – und dabei nicht verzweifeln –, sind wertvolle Fähigkeiten, die vielen Menschen abhandengekommen sind. Sie sind gleichwohl unverzichtbar, um heil (Sie können auch sagen: psychisch gesund) durchs Leben zu kommen.
Vivat!: Wie unterscheiden sich Optimismus und Hoffnung für Sie?
Frank Richter: Auf diese Frage sollte ich einfach Václav Havel zitieren: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Kürzer und prägnanter kann man es nicht sagen.
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